Marketing wird nicht mehr dasselbe sein.

Und das ist vielleicht auch gut so.

Marketing wird nach Corona nicht mehr dasselbe sein. Und das ist vielleicht auch gut so.

Ja, wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Die Arbeitslosigkeit steigt, der Handel auf der Mariahilfer Straße hat seit Wochen geschlossen, ganze Industrien produzieren nicht mehr und die Umsätze, die jetzt verloren gehen, werden für heuer auch nicht mehr aufzuholen sein. Das alles führt zu einer ausgewachsenen Rezession im Allgemeinen und zu schlechteren Zahlen im Speziellen. Und denkt man mit der Logik von Unternehmen und Konzernen, heißt Rückgang auch immer einen Gang zurück zu schalten – bei Investitionen und bei Ausgaben, die man leicht einsparen kann. Und dazu gehört auch das Marketingbudget. Kurzum: der Wind im Marketingland wird rauer werden. Doch sind Krisenzeiten nicht immer auch eine gute Zeit um in sich zu gehen und den Status quo zu hinterfragen? Denn eines dürfte klar sein: Marketing wird nach Corona nicht mehr dasselbe sein. Und das ist vielleicht auch gut so. Drei Thesen dazu:

Corona verändert das Leben und die Bedürfnisse der Menschen.

Das heißt aber auch: Produkte und Marken, die die Menschen während der Krise nicht sonderlich vermisst haben, werden sie danach noch weniger vermissen. Deshalb sollte man sich als Unternehmen die Frage stellen: Ist mein Produkt, meine USP und meine Marke relevant genug? Sind meine Botschaften relevant genug? Transportiert mein Markenclaim einen nachvollziehbaren Kundennutzen? Oder gibt es hier Stellschrauben, an denen ich drehen sollte? Die Zeit dazu wäre jetzt. Denn Marken müssen dem Selbstzweck und ihrem Produkt wieder eine Bedeutung geben.

Corona verändert das soziale Miteinander der Menschen.

Die Krise schafft ein neues Miteinander. Wir sorgen uns nicht nur um unsere kranken und älteren Mitbürger, wir bleiben für sie zuhause oder gehen wenn, für sie einkaufen. Auf der anderen Seite sind Ärzte, Polizisten, Lieferanten und die Mitarbeiter der Supermärkte fast rund um die Uhr für uns da. Das Oberflächliche,  das wir heutzutage aus sozialen Netzwerken kennen, weicht echter Verantwortung und gelebtem Zusammenhalt. Kunden werden das auch von Marken erwarten. Was tut sie für mich? Wobei hilft sie mir? Hört sie mir überhaupt zu? Bin ich ihr als Konsument wirklich wichtig und werde ich überhaupt ernst genommen? Diese Fragen werden in Zukunft wichtiger werden und Kunden werden zunehmend sensibler darauf reagieren.

Corona wird die digitale Revolution beschleunigen.

Viele von uns arbeiten von zuhause – Home Office ist ein fixer Bestandteil geworden, unser täglicher Radius ist eingeschränkt, doch bis auf unsere Freunde und Familien vermissen wir nicht viel. Einkaufen gehen wir zum nächstgelegenen Supermarkt und den Rest besorgen wir uns online. Und das alles funktioniert überraschend unkompliziert. Dinge, die vielleicht vor der Krise noch skeptisch beäugt wurden, sind inzwischen zu einer lieb gewonnen Routine geworden. Unternehmen, die schon vor der Krise sowohl auf die reale als auch auf die virtuelle Welt gesetzt haben, werden von dieser Entwicklung profitieren. Alle anderen sollten spätestens jetzt nachziehen.

Corona wird die Welt und unser Leben in vielen Bereichen verändern. Wer glaubt, dass unsere Arbeit und die Arbeit für Marken davon unberührt bleibt, wird sich täuschen. Marken sollten daher jetzt die Zeit nutzen um fit für die Zeit nach Corona zu sein. Und das geht, wie wir seit kurzem alle wissen, auch wunderbar von daheim. In diesem Sinne: Bleiben Sie zuhause. Bleiben Sie gesund.

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